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Netzwerke der Gegenmacht
Wie im Aviso zum 4. #sbsmTaalk angekündigt, wird es am 31.5. um eine Gegenüberstellung von «Netzwerken der Macht vs. Sozialen Netzwerken» gehen. Am Podium diskutieren dazu Harald Katzmair und Tina Leisch.
Für die Elitennetzwerke wird unser Experte Harald Katzmair sein, schließlich widmet er sich als Netzwerkanalytiker der Erforschung und Darstellung dieser Netzwerke. Er hat mit Harald Mahrer gemeinsam das Buch «Die Formel der Macht» geschrieben, zu dem es morgen hier noch einen längeren Blogpost geben wird (und im Aviso einen Abschnitt aus einem Interview schon gab).
Der Betrachtung der Elitennetzwerke gegenüber gestellt, wird Tina Leisch unsere Expertin für Netzwerke der Aktivist_innen sein. Oder wie sie in Anlehnung an die Formulierung von den “Netzwerken der Macht” vorgeschlagen hat: die “Netzwerke der Gegenmacht”.
Tina Leisch ist Film-, Text und Theaterarbeiterin. Sie hat den Verein für audiovisuelle Selbstbestimmung mitbegründet, Kinoki, «Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks». Sie arbeitet mit Menschen in ausgesetzten gesellschaftlichen Konfliktzonen zusammen, mit Arbeitslosen an George Taboris «Mein Kampf» im legendären Männerwohnheim der Meldemannstraße, mit Patient_innen des sozialpädagogischen Zentrum auf der Baumgartner Höhe. Ihr ausgezeichneter Dokumentarfilm «Gangster Girls» zeigt in der Justizanstalt Schwarzau einsitzende Frauen, die Gefangenen bei einem Theaterworkshop und rund um dieses Theaterworkshop.
Aktuell arbeitet Tina Leisch an einem Dokumentarfilm über Kurd_innen, die in der Türkei mit politischen Grassroots-Initiativen emanzipatorisch und widerständig arbeiten, zum Beispiel an einem Frauenhaus in Diyarbakir oder als Lokalpolitiker_innen an basisdemokratischer Stadtteilorganisation.
Die konkrete lokale, in Stadtteilen begründete politische Arbeit zieht sich wie ein roter Faden durch Tina Leisch’ Beschäftigungen. Leben und Arbeiten in besetzten Häusern, die Gründung des Volxtheaters im besetzten Ernst-Kirchweger-Haus, ihr Engagement im Stuwerviertel gegen Straßennamen für Vertreibungen organisierende Antisemiten oder gegen die prekäre Situation und für eine Organisation der Sexarbeiterinnen.1
In den letzten Monaten organisierte Tina Leisch außerdem einigen Widerstand der Filmschaffenden gegen die Vereinnahmung und die Positionen der «Kunst hat Recht» Kampagne zu Urheber- und Kopierrechte. Siehe dazu auch unsere Projektblog-Einträge von @porrporr und @matahari_etc, vor allem aber den Gastkommentar von Tina Leisch im DerStandard.
Für den und beim #sbsmTaalk können Fragen auch in Richtung Tina Leisch gestellt werden, zu ihren Erfahrungen von Aktivist_innen-Netzwerken und “Netzwerken der Gegenmacht”. Fundierte wie auch pointierte und interessante Antworten sind ziemlich wahrscheinlich.
Hier noch die Aufzeichnung einer “Run Against Lecture”, die von dorf.tv ausgestrahlt wurde:
- In dem Kontext lesenswert ihre Kritik an dem preisgekrönten Dokumentarfilm zur Sexarbeit von Michael Glawogger. [↩]
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