#sbsmTaalk politisches System Veranstaltungen Video
Über den Autor
Aviso: 4. #sbsmTaalk am 31.5.
und zwar zum Thema
Netzwerke der Macht vs. Soziale Netzwerke
Am Podium mit:
★ Tina Leisch – Film-, Text- & Theaterarbeiterin
★ Harald Katzmair – Soziologe, Soziale Netzwerke Analyse
Wann: Donnerstag, 31. Mai 2012 ab 18:00 (mit akademischer Viertelstunde)
Wo: in der Fachbuchhandlung des Verlags1 neben dem NiG und im World Wide Web, also wie gehabt und gewohnt mit ➊ Live-Stream, ➋ Social Media Moderation via Twitter und ➌ Aufzeichnung. Hier die Veranstaltung auf FB.
Zum Abschluss des 3. #sbsmTaalks «im Angesicht der Komplexität. Über Echokammern, kalte und heiße Institutionen» hatten wir drei thematische Vorschläge für den 4. #sbsmTaalk vorgestellt und später online zur Abstimmung gebeten.
Den größten Zuspruch hat der Vorschlag und dieser Titel erhalten, den wir jetzt am 31.5. umsetzten werden: «Netzwerke der Macht vs. Soziale Netzwerke».
Ein bisschen Stimmung haben wir ja für dieses Thema direkt noch beim letzten #sbsmTaalk im März gemacht. Ich hatte das Buch «Die Formel der Macht» von Harald Katzmair und Harald Mahrer mitgenommen, in die Menge gehalten und etwas von den Auseinandersetzungen und Thesen des Buches vorweggenommen. Im Blogpost zu Abstimmung ist dann noch einmal erwähnt, dass ein ganzes Buchkapitel den “Lügen der Sozialen Netzwerke” gewidmet ist und ein potentieller Gesprächspartner für das Podium hervorgehoben:
Mit Harald Katzmair wäre es sicherlich interessant und kontrovers, nicht nur über die Machtnetzwerke ODER Soziale Netzwerke zu debattieren sondern über das die einen wie die anderen in Gegenüberstellung.
Gut, das Thema ist fixiert, Harald Katzmair wird Fragen zu Netzwerken der Eliten ebenso wie Fragen zu den «Lügen der Sozialen Netzwerke» und zum «Macht-Irrtum von Social Media und Facebook» beantworten können. Gleich unten folgt dazu ein Teaser.
Neben ihm am Podium freuen wir uns auf Tina Leisch, der wir im Vorfeld des #sbsmTaalks hier einen eigenen Blogeintrag mit Titel “Netzwerke der Gegenmacht” gewidmet haben.
Außerdem ist in den Tagen vor der Diskussion noch mit einem Blogbeitrag zum Buch und seinen Thesen zu rechnen. So wie wir das beim letzten #sbsmTaalk mit Inputs zu Echokammern sowie kalten und heißen Institutionen gehalten haben.
Jetzt noch der Teaser, thematisch an die “Institutionen” anschließend, ein Auszug aus einem Interview mit Harald Katzmair für das Wirtschaftsmagazin Gewinn (April 2012, hier als pdf bei fas.net):
MARA LEICHT: Braucht man heute überhaupt noch fixe Institutionen? Die Menschen können sich über Social Media viel schneller organisieren. Siehe ACTA, Anonymous, Flashmobs …
HARALD KATZMAIER: Ich vergleiche das mit einem Sommergewitter: In kurzer Zeit baut sich extrem viel Energie auf, dann macht es einen Tuscher, es regnet – und nichts bleibt übrig. Nichts verfestigt sich. Natürlich sind die Möglichkeiten der Social Media beeindruckend, denken Sie nur an die Obama-Kampagne 2008. Aber Click-Aktivismus allein schafft nichts Bleibendes.
MARA LEICHT: Dafür sind die alten Formen langsam und schwerfällig.
HARALD KATZMAIER: Das ist ein Problem aller westlichen Demokratien. Das eine scheint antiquiert, das andere ist nicht verhandlungsfähig. Es gibt zurzeit keine Vermittlung zwischen den beiden Welten. Jede hat was für sich. Aber politische Willensbildung besteht nicht aus “Like” oder “Dislike”. Ein Flashmob ist nicht verhandlungsfähig.
MARA LEICHT: Dann sind Gedankenspiele über facebook-Demokratien nicht realitätstauglich?
HARALD KATZMAIER: Alle Bottom-up-Demokratien sind gescheitert. Herdenverhalten ist nicht rational. Das sehen wir ja an den Börsen, wohin die Logik der Schwärme führt. Aber man kann nicht leugnen, dass viele das Gefühl haben, nicht eingebunden zu sein.
Regt sich da ein «Ja, eh», Widerstand oder das Bedürfnis zu differenzieren? Feel free 2 comment!
Fragen, Anregungen, Einwürfe für das Podium am 31.5. werden gerne angenommen.
- … und auch wieder mit dem feinen Buffet im Anschluss. Vorort, that is. [↩]
#sbsmTaalk, facebook, Fachbuchhandlung, fas, Harald Katzmair, Machteliten, Netzwerkanalyse, Netzwerke, ÖGB Verlag, Podiumsdiskussion, Social Media, Soziale Netzwerke, Tina Leisch


Ich liebe Sommergewitter.
Ich liebe die Wirkung von Sommergewittern und wäre noch nie auf die Idee gekommen, dass sie irgendetwas “verfestigen” sollen. Sie reinigen die Luft. Sie spülen den Dreck, Schweiß und die Anspannung weg. Sie laden Spannung ab und nachher können alle durchatmen. Schöne befreiende Wirkung.
Aber ernsthaft, das Interview reiht einen Haufen Klischees aneinander und die wenigen Aussagen, wo es sich zu etwas verfestigt … naja.
Ich schließe gleich an bei der kritischen Sommergewitter-Relecture. Ohne Regen würde nichts wachsen und nichts Neues entstehen. Insofern ist der Vergleich eigentlich ein guter, denn das, was sich im Social Web tut, steht in einer Wechselwirkung zu den festen und fixen gesellschaftlichen Institutionen. Ich würde nun auch nicht behaupten, dass aus jeden Gewitter gleich eine Überschwemmung wird und teilweise überkommene Strukturen weggespült werden (dazu braucht es mehr, sh. arabischer Raum) – aber: Das Social Web ist ungemein hilfreich dabei, überhaupt eine Hoffnungsperspektive in den Köpfen der Menschen aufzumachen. Wir könnten ja alle in einem blühenden Garten leben und nicht in einer demokratisch ausgedorrten Wüste. Sobald die Menschen das spüren, wird sich auch was ändern. Das Internet als vom Leben der Menschen abgekoppelten “Cyberspace” zu sehen ist sowas von 1980er.
Ich arbeite in der Kirche, auch so eine Institution, die oft als sehr fix und unbeweglich wahrgenommen wird. Da erlebe ich das Internet als durchaus hilfreich – in Besinnung auf den Kern der christlichen Botschaft, die Würde jedes Menschen – wahrzunehmen, was los ist in dieser Welt. “Wir sind nicht auf Erden, um ein Museum zu hüten, sondern einen Garten zu pflegen, der von blühendem Leben strotzt und für eine schöne Zukunft bestimmt ist.” hat der Konzilpapst Johannes XXIII (1881 – 1963) gesagt. Ich finde ein gutes Motto, um nicht mehr nur zu lamentieren, wie schlimm denn alles ist, sondern anzufangen, den Garten zu pflegen und auf passenden Regen zu hoffen – oder einfach mal den Gartenschlauch in die Hand zu nehmen
Andrea und Sebastian haben den Anfang eines Blog-Gewitters mit
reinigendem Ausgang gemacht. Es ist schön solche Worte zu lesen.
Danke
[...] Der 4. #sbsmTaalk konzentriert sich heute zum ersten Mal auf nur zwei DiskutantInnen: Tina Leisch, die sich auf Seiten der Netzwerke der Aktivist_innen schlägt – und Harald Katzmair, der seine Betrachtung der Elitennetzwerke gegenüberstellt. [...]
[...] Partizipation im Web 2.0 an der UniWien und andererseits beim letzten #sbsmTaalk zum Thema Netzwerke der Macht vs. Soziale Netzwerke. Übrigens beides überaus aufschlussreiche und interesante [...]