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  • Was bezeichnet der Begriff “Echokammer”

    Im Aviso zum 3. #sbsmTaalk wurden für die nächsten Tage weitere Beiträge versprochen, die vorab etwa Input zum Diskussionsthema geben und vor allem den Untertitel zu dieser Veranstaltung am 27. März anschaulicher machen sollen. Angekündigt ist eine Podiumsdiskussion «Im Angesicht der Komplexität. Über Echokammern, heiße und kalte Institutionen».

    Den Anfang macht heute der Eintrag darüber, was als “Echokammern” bezeichnet wird. Welches Phänomen wird durch diesen Begriff bezeichnet?

    (Im Manual zu Partizipativen Veranstaltungen, wo es um den «Raum für Dialoge und selbstorganisiertes Lernen» geht, ist die Problematik der Echokammern-Bildung auch im Buch schon angesprochen.)

    Die Tendenz zur Echokammer

    Echokammern oder auch Filterblasen bezeichnen das Risiko, sich in einer reinen Zustimmungsumgebung zu befinden, in der Meinungen sich nicht polarisieren. Vor allem soziale Netzwerke in denen “Freunde” mich umgeben, stehen in dem Verdacht sich die eigene Welt unkritisch zu konstruieren. Die Analyse unzähliger Freundsnetzwerke auf Facebook haben beispielsweise ergeben, dass die Motivation, sich als Grünenpolitiker_in mit einem andersparteilichen Mitglied zu vernetzen gering ist. Die Konditionierung von Zustimmung in solchen Netzwerken führt eher dazu, mein Publikum in den Blick zu nehmen und mich an deren Erwartungshaltung abzuarbeiten, um möglichst viel Zustimmung im eigenen Netzwerk zu bekommen.
    Hinzu kommt, dass auch die politisch verortet werden, die mit Politikern oder Parteien verbunden sind, selbst aber nicht eindeutig einer Partei zuzuordnen sind. Zumindest liegt der Schluss nahe, dass auch sie ähnliche Positionen einnehmen. Also: «Nenn mir deine Freunde und ich sag dir, wofür du stehst».

    Kritiker_innen dieser Theorien sind der Meinung, dass in selbstreferenziellen Echokammern verortete Personen nicht DIE eine Echokammer kennen, sondern in verschiedenen, sich überschneidenden aber auch vollständig voneinander getrennten Echokammern verwoben sind. Wir generieren unsere Informationen also nicht aus einer einzigen (Filter-)Blase. Und je mehr der oder die Einzelne von sich preis gibt, um so eher werden diese Echokammern durchbrochen, weil der Mensch im Detail beziehungsweise im Konkreten Unterschiede aufzeigt, die eine homogene Kammer verhindern.