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#sbsm goes #rp12 – cfp
Die re:publica, in der Selbstbeschreibung «eine der aufregendsten Konferenzen in Europa und (mit) 3.000 BesucherInnen die größte ihrer Art in Deutschland», findet heuer in der sechsten Auflage «vom 2. bis 4. Mai in einer neuen, atemberaubenden Location statt: der STATION-Berlin». #rp12 that is.
Und unabhängig von atemberaubend oder aufregend, einige #sbsm-Mitwirkende werden in Berlin dabei und auf der re:publica anzutreffen sein.
Luca Hammer ist schon re:publica Veteran und wieder dabei. @raumsinn reist aus der Schweiz an. @porrporr war wie im Vorjahr ein früher Vogel und hat mir den Stups gegeben, bald ein Ticket zu bestellen. @infopointaudim hat das ebenfalls schon getan und wird in Berlin sowohl #unibrennt als auch #S21 vertreten. @andreame hat vor zu kommen. @geschuetz und @juliahemmelmayr werden hoffentlich ihren Film zum Tahrir und der Rolle der Medien zeigen, der gerade in Arbeit ist (hier schon ein Trailer). Und wahrscheinlich werden es noch einige mehr sein …
Am vorletzten Tag der Einreichfrist haben wir außerdem den CfP – den Call for Papers – beantwortet. Das Motto der diesjährigen re:publica lautet nämlich ACT!ON:
17 Staaten der Arabischen Welt wurden 2011 Teil des revolutionären Arabischen Frühlings, einer Protestbewegung, die wie keine zuvor ihren Erfolg der cleveren Nutzung sozialer Medien verdankt, die Vernetzung der Menschen ermöglichte und ihre Erfolge weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus trug.
Ist Facebook ihr größter gemeinsamer Dissident? Aktivisten aus Spanien, China und Israel z.B. griffen den Impuls auf und initiierten eigene Demonstrationen mit denselben Mitteln.
Dieses Motto und nur als Besucher_innen die re:publica, Berlin, den Austausch, die Vorträge, die Debatten und Gespräche genießen? Nein, kurze Frage unter ein paar Mitautor_innen hat schnell ein einmütiges Ergebnis gebracht: angesichts dieser Themensetzung wäre schade, nicht etwas zu #sbsm zu machen.
Der Drive sich etwas zu überlegen und eine Einreichung zu schreiben war nach dem anstrengenden Herbst zwar endenwollend, aber eingereicht wurde. Zwei Einreichungen sogar. Weil erstens schwierig abzuschätzen, ob die Hintergründe des doch etwas außergewöhnlichen Projekts mehr interessieren oder das Thema “Soziale Bewegungen und Social Media”. Zweitens, weil es im schnellen Rundruf unterschiedlich Rückmeldungen kamen, was wir machen sollten.
Lucas Vorschlag war die Lösung: zwei Einreichungen und die re:publica entscheiden lassen. D.h., es gibt momentan vier Möglichkeiten, wie #sbsm in Berlin vertreten sein wird. Mit einem Vortrag, mit einem offenen Plenum, mit beidem oder nur mit einigen Mitwirkenden als Besucher_innen.
Wäre nett, dort Interessierte zu treffen. Kontaktiert uns!
Damit komme ich endlich zum Anlass dieses Eintrags, der Dokumentation der beiden Einreichungen:
1. Vortrag zum #sbsm Projekt
Titel (max 300 Zeichen):
#sbsm – Soziale Bewegungen und Social Media.
Ein kollaboratives DIY- und Cross Media Projekt von politischen Aktivist_innen für Aktivist_innen definiert Social Media abseits der üblichen “Wie sie Social Media für ihr Unternehmen nutzen können”-Lehren.
Session-Beschreibung (max 2.000 Zeichen):
Im Herbst 2011 ist das «Soziale Bewegungen und Social Media. Handbuch für den Einsatz von Web 2.0» erschienen. Das 396 Seiten starke Buch ist das Herzstück eines weiterreichenden Projekts, mit dem in Konzeption und Praxis neue Wege beschritten wurden:
- es liegt als Druckwerk und als Blogplattform vor, alle Buchbeiträge sind frei online les-, verlink- und kommentierbar.
- es ist nicht mit Copyright sondern Creative Commons lizensiert (CC BY-NC 3.0).
- Texte sind nicht ins Netz kopiert sondern schon in einem Wiki entstanden. Links gibt es sowohl online als auch im Buch.
- für das Buch ist ein Design entwickelt worden, das Elemente des Web 2.0 in die Papierwelt übersetzt.
- Beiträge sind nicht wie in einem Sammelband lose aneinandergereiht sondern noch im Wiki untereinander verlinkt worden und beziehen sich aufeinander.
- Das Wiki diente nicht nur 47 Mitautor_innen als Plattform sondern auch zur Einbeziehung von Kommentator_innen. In der Zusammenarbeit mit dem Verlag war es die Plattform für Lektorat, Satz und Projektmanagement.
- via Twitter, Facebook und Projektblog begann ein Jahr vor Erscheinen des Buches die Projektbegleitung. Layoutentwicklung und Buchkonzeption waren als offener Prozess sichtbar und wurden durch Feedback mehrfach beeinflusst.
- erste Buchbeiträge gingen ein dreiviertel Jahr vor dem Erscheinen online. Kommentare auf diese Beiträge sind ins Buch eingeflossen.
- Die Autor_innen sind Aktivist_innen aus vielen unterschiedlichen Feldern politischer Arbeit in Ö, D und CH und gerade nicht Social-Media-Expert_innen.
- In den Fallbeispielen, Manuals, dem NoBorders-Abschnitt, Visionen und dem Glossar wird Social Media von der Praxis politischer Arbeit aus definiert.
- Im Anschluss an die Buchveröffentlichung trafen Autor_innen mit weiteren Aktivist_innen auf einem zweitägigen #sbsmCamp zur Vernetzung und weiteren Arbeit zusammen.
Im Vortrag wird die Breite des #sbsm Projekts vorgestellt, vom Prozess berichtet und die konzeptionellen Überlegungen werden zur Diskussion gestellt.1
2. Diskussion zu der #sbsm Fragestellung
Titel (max 300 Zeichen):
Soziale Bewegungen und Social Media? Nope, das hat nichts mit “Tue Gutes und rede darüber” oder mit NPO’s und Fundraising zu tun, sorry.
Eine Auseinandersetzung mit Rant-Potential.
Session-Beschreibung (max 2.000 Zeichen):
Wir rufen zur asamblea popular zu Sozialen Bewegungen und Social Media. Wir, das sind Beteiligte des #sbsm-Projekts, die gemeinsam das Handbuch für «Sozialen Bewegungen und Social Media» entwickelt haben, aus diversen Feldern politischer Arbeit kommen und uns schon einmal zu einem #sbsmCamp getroffen haben.
Wir wollen diskutieren über
- den Unterschied zwischen bürgerlicher Zivilgesellschaft und systemkritischen Bewegungen,
- über die Zusammenarbeit mit bzw. Differenz zu professionellen NGOs und NPOs,
- die Wechselwirkung von Social Media und politischen Kämpfen,
- den Widerspruch zwischen Empört Euch! und Engagiert Euch!,
- den Unterschied zwischen Kampagnenarbeit und der politischem Bildungsarbeit,
- Ressourcen, Chancen, Arbeitsteilung und Burn-Out,
- unsere Erfahrungen bei #unibrennt, #S21, in der Antirassismusarbeit, Netzaktivismus, …
- was Soziale Bewegungen mit Organisationen zu tun haben und
- inwieweit das Netz zu neuen Organisationsformen führt.
Die asamblea popular – das offene Plenum – ist eine Organisationsform, die bei vielen der selbstorganisierten Bewegungen der letzten Jahre – in diversen Abwandlungen – im Zentrum steht. Wir laden bei der re:publica zu einem praktischen Versuch, diese Form der Debatte – mit oder ohne Mic-Check – zur offenen Selbstreflexion zu nutzen, was “Soziale Bewegungen und Social Media” alles bedeutet und was nicht.
- auch der Verlag ist neue Wege und nicht wenige Risiken eingegangen, die Präsentation des Verlags vom #sbsmCamp deutet einiges dazu an. [↩]
#rp12, #sbsm, ACT!ON, asamblea, Berlin, Call for Papers, CfP, Konferenz, Plenum, re:publica, Social Media, Soziale Bewegungen

